Immer wieder werde ich gefragt warum ich in meinem Alter angefangen habe zu laufen und die Antwort ist ganz einfach!
Es macht mir einen heiden Spaß.
Das ich mit dem laufen angefangen habe, war eigentlich reiner Zufall.
Nach meinem Überfall Anfang 2008 musste ich irgendetwas tun um meine Wut und Ängste zu bekämpfen und meine Frau hatte schon öfters gesagt, geht doch mal laufen, reagiere dich ab, das hilft dir bestimmt. Nach einigen Anläufen (500m höchstens) verließ mich aber jedes Mal die Motivation, keine Kraft, keine Luft und keine Lust. Irgendwann im März 2008 kam dann von Arbeitskollegen die Frage, ob ich nicht die DKB Staffel mitlaufen will und ohne zu wissen auf was ich mich da einlasse sagt ich zu. Nach den ersten 3-4 Trainingseinheiten (wieder nur 500 – 1000m) habe ich mir tausend Ausreden einfallen lassen um nicht mit zu laufen, aber um ehrlich zu sein, ich habe mich nicht getraut abzusagen. Nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass ich nicht mehr zurück kann, trainierte ich jeden zweiten Tag, egal wie das Wetter war oder ob ich Lust hatte. Irgendwann kamen die ersten Erfolge und auch der Muskelkater war weg, um ehrlich zu sein, es fing an mir Spaß zu machen. Als ich mit dem Laufen anfing, wog ich etwas über hundert Kilo und mit der Zeit purzelten die Kilos einfach so weg was mich noch mehr motivierte weiter zu machen. Nun kamen auch die ersten Erfolge auf der Strecke, es waren nicht mehr Meter die ich lief sondern Kilometer. Mitte Mai war ich dann soweit, dass ich die 5km ohne Pause schaffte, jetzt musste nur noch die Zeit stimmen. In meinem Kopf schwirrten immer 45Min rum, warum weiß ich auch nicht, also trainierte ich so lange das ich es auch in dieser Zeit schaffte. Und ich wollte mehr, 30 Min sollten es schon sein, denn nach Gesprächen mit andern Läufern und Kollegen war ich mit der Zeit der absolute Loser und das wollte ich nun wahrlich nicht sein.
Irgendwann war es dann soweit, der 4 Juni 2008 war gekommen, heute würde sich zeigen ob es sich gelohnt hat oder nicht! Ich war aufgeregt wie schon lange nicht mehr, jede Toilette an der ich vorbei kam war meine.... :-) und dann ging es los, ich lief natürlich zu schnell los und der erste Gedanke der mir kam war: DAS SCHAFFST DU NIE aber der Jubel der Zuschauer und die Angst zu versagen machte mir Flügel, ich wollte kein Loser sein, nein nicht heute! Nach 4km sah ich zwei Kollegen die weit vor mir gestartet waren, zwei Kollegen die mir sagten wie schnell sie sind und was sie schon alles gelaufen sind......... So was setzt noch mal Kräfte frei und was gibt es schöneres als solche Leute zu überholen...freu..... Ich kam vor den beiden durchs Ziel und mit einer Zeit von 23 Min. Ich war mehr als fertig, weiche Beine kaum Luft, aber ich hatte es geschafft. Ich war an einem Ziel, welches ich vor ein paar Monaten nicht für möglich gehalten habe.
Nun kam die Frage: Und was kommt jetzt? Ich hatte mein Ziel erreicht, mache ich weiter oder höre ich auf? Ich hörte natürlich nicht auf, meine Frau hatte als ich mit dem Training anfing meine Ernährung umgestellt, ich trank keinen Alkohol mehr oder zumindest sehr selten, ich fühlte mich richtig GUT und dieses Gefühl wollte ich nicht mehr missen!!! Jedes mal wenn ich lief war es ein Stück Freiheit für mich und was für mich das wichtigste war, ich selbst kontrollierte meine Erfolge! Keine falschen Vorgesetzten die mir sagen was ich zu tun oder zu lassen habe. Ich trainierte weiter und weiter, die km wurden immer mehr. Als ich die 10km regelmäßig lief, war meine Frau der Meinung ich könne ja mal die Vattenfall City-Nacht laufen und meldete mich an. Wow nachts über den Ku-Damm laufen, eine aufregende Sache, tausenden von Zuschauern und ich mitten drin. Ich trainierte wie blöder, auf keinen Fall wollte ich über 1 Stunde laufen, nein das auf keinen Fall.
Der 2 August kam und wie beim letzten Mal, Aufgeregt bis zum geht nicht mehr. So viele Zuschauer, mein Gott, hoffentlich blamiere ich mich nicht..... doch es kam wie es kommen musste! Nach ein paar hundert Metern trat ich in eine Fahrbahnunebenheit und verdreht mir das rechte Bein und flog hin. Wie groß die Schmerzen sind kann sich ja jeder bestimmt vorstellen! Ich versuchte aufzustehen, was mir auch recht schnell gelang, aber die Schmerzen waren doch recht stark. Womit ich in diesem Moment aber nicht gerechnet habe waren die Zuschauer! Als ich aufstand und humpelnd weiter lief bekam ich Aplauss..... kann sich das einer vorstellen wie das ist, wenn einem hunderte von Menschen applaudieren? Wahrscheinlich die wenigsten, aber lasst euch gesagt sein, ein geiles Gefühl...... Gut meine Traumzeit habe ich natürlich nicht geschafft, aber unter einer Stunde (00:56:31 Min) Unter den Umstanden ganz ordentlich. Zwar konnte ich danach sehr lange nicht laufen, auch mein Arzt sagte später das es dumm war weiter zu rennen, aber ehrlich was ich an diesem Abend Gefühlt habe, ist mit nichts auf der Welt zu bezahlen und es war der ANFANG!
Heute ist mein Ziel der Marathon und wer mich kennt weiß das ich auch das schaffe!!!
Ich möchte mich hiermit bei den Menschen bedanken, die mir die ganze Zeit zur Seite stehen!
Besonders bei meiner Frau Heike, die sich liebevoll um alles kümmert damit ich mein Ziel erreiche. Sie kümmert sich um meine Ernährung, achtet darauf dass ich genug trinke und sie motiviert mich das ich nicht aufgebe wenn ich mal einen Tiefpunkt habe. Das einzige was sie dafür verlangt ist ein lächeln. Ich denke meinen ersten Marathon werde ich nur für sie laufen.......
|
|
